Wo kamen diese windigen Geistlichter nur auf einmal her, so mitten im Winter etwas schön sommerliches. Tja, die kleinen Dinge des Alltags sind es halt, die so freudig stimmen können.
Archiv des Autors: Arthur
Stolze Trottelei
Ich kann etwas so tolles: ich kann sehr schnell etwas spiegelverkehrt geschriebenes lesen! Es wird schon fast zu einem Zwang: wenn irgendwo ein Wort etwa auf einer Glasscheibe klebt und ich sehe es von der anderen Seite, so kann ich nicht anders – ich muss es einfach lesen.
Dieser Zwang wird mir zuweilen zum Verhängnis. Ihr kennt diese Türen bestimmt auch, wie etwa unser Bäcker eine hat: eine Glastür, auf der zur Erleichterung der Kunden steht, ob man Drücken oder Ziehen muss. Auf jeder Seite steht das entsprechende Wort. Da es sich aber wie gesagt um eine Glastüre handelt, sieht man jeweils beide Schriften – die eine spiegelverkehrt. Immer wenn ich auf diese Türe zugehe, befällt mich der Zwang des Spiegellesens. Ich lese das für mich nicht gültige Wort, habe dies im Kopf und mir wird erst dann bewusst, dass das ja das verkehrte war, wenn ich meine Nase an der Türe plattgedrückt habe, weil ich auch das falsche – gedrückt anstatt gezogen – getan habe.
Jetzt wisst ihr, woher ich meine breite Nase habe!
Anti-Chrome Haltung
Jetzt ist die Umfrage zu dem Google-Browser Chrome vorbei und da 13 Stimmen abgegeben wurden, habe ich habe wie immer ein repräsentatives Ergebnis für Deutschland vorzuweisen. Hier erst mal die Zusammenfassung:
| Bin begeitsteter Chromer: | 1 Stimme = 7% |
| Habe Chrome installiert, nutze ihn aber nur selten: | 2 Stimmen = 15% |
| Habe Chrome getestet und lehne ab: | 1 Stimme = 7% |
| Ich will den Googlebrowser gar nicht ausprobieren: | 9 Stimmen = 69% |
Woran liegts, frage ich mich da? Zugegeben, ich bin auch nicht die eine Stimme der Begeitsterung. Ab und zu starte ich Chrome und surfe damit. Eigentlich kommt er mir deutlich schneller vor als mein Standard Firefox 3.0.4 und auch die unterschiedlich gefärbte URL in der Adresszeile finde ich gut. Zwei Gründe die dafür sprechen, dennoch nutze ich ihn kaum. Was spricht also dagegen? Ich kann es nicht mit Sicherheit beantworten. Hat wohl letztlich etwas mit Gewohnheit zu tun. Menü und Lesezeichen sind an ungewöhnlicher Stelle untergebracht und auch die Bearbeitung von Einstellungen ist andersartig. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass es sich eigentlich noch um eine Betaversion handelt und ich mich nicht ganz sicher fühle, wenn ich etwa meine Bank online besuche.
Eigentlich frage ich mich aber eher, was 69% der Bevölkerung dazu bewegt, in anti-Haltung dem neuen in der Runde nichtmal eine Chance zu geben? Sind es Vorurteile? Sind erste Nachrichten kurz nach der Veröffentlichung von Chrome dafür verantwortlich? Etwa dass Chrome an über seinen Browser veröffentlichten Bilder automatisch die Rechte hat (was ja mittlerweile wieder geändert wurde)? Ist es eine grundlegende Anti-Google-Haltung? Wobei, Google-Mail findet ja recht guten Zuspruch. Oder fehlen einfach noch die einschlägigen Schlagzeilen von unabhängigen Magazinen, die den Browser als hervorragende und überzeugende Alternative titulieren, derer sich jeder annehmen sollte?
Whatever – Chrome hat offensichtlich noch lange nicht den ganzen Fuß im Feld und ob sich das noch ändert, das wird vielleicht nur die nächste Umfrage zeigen. Wo? Natürlich hier bei mir!
Das tägliche Experiment
Das hier ist doch eigentlich nichts anderes als die in dem Film Das Experiment (der übrigens auf wahrer Begebenheit beruht) dargestellte menschliche Eigenschaft, dass wir in einer Machtposition dazu neigen, diese zu missbrauchen. Und Machtposition schlicht nur in dem Sinne, dass ich mehr zu sagen habe, als der Mensch, der gerade vor mir steht.
Tja, so ist es nun mal leider und ich bezweifele, dass sich daran irgend etwas je ändern wird. Es wird immer Menschen geben, die sich hier nicht mehr unter Kontrolle haben. In Gruppen natürlich noch wahrscheinlicher als als Einzelperson.
Übrigens kommt der Film heute Abend auf Pro7, 22:00 – wer nichts anderes vor hat…
Geschmack
Ich lese von den Erlebnissen des Malers Klingsor, lese, wie er seinen letzten Sommer zubringt. Vorhin ging er mit einer kleinen Gesellschaft auf einen kleinen Berg hinauf, in ein kleines Dorf in welchem sie alle zu Speis und Trank empfangen wurden. Gastgeberin war eine junge Frau, die Klingsor in sich aufnahm um sie später malen zu können. Er beschrieb sie als Göttin, die mit ihrer so weißen Haut, dem feurig roten Kleid und ihren schwarzen Haaren sehr sanft und doch kräftig erschien.
Kaum hatte ich das gelesen, fühle ich winterliche Wärme und schmecke weiches Butterbrot mit weißem Speck. Einen Moment verwundert, weiß ich dann doch gleich, woher das kommt: als Kind hatte ich Schneewittchen gelesen und dazu ein ebensolches Brot gegessen. Gleich zu Anfang des Märchens beschreibt genau diese Farbzusammenstellung das neu geborene Kind der Königin. Dieser Geschmack und dieses gelesene Bild haben sich einfach miteinander abgespeichert und wurden jetzt wieder in Gemeinsamkeit abgerufen.
Eine andere solche Korrelation trage ich auch noch in mir. Wobei, wahrscheinlich sind es viele mehr, nur fällt mir gerade noch eben diese hier ein: wenn ich den Comic-Hulk sehe, dann schmecke ich immer gleich weiße Schokolade. Als ich damals zum ersten Mal dieses Comic gelesen hatte, kam ich auch zum ersten Mal in den Genuss weißer Schokolade.
Bemerkenswert finde ich dabei nicht nur das Zusammenhängen zweier Sinneserfahrungen, sondern eher noch die Fähigkeit unseres Gehirnes, einen Geschmack zu simulieren, der ja sonst nur als von außen aufnehmbar erfahren wird. Gefühle kommen sowieso von „innen“, da ist die Verwunderung über das Nachempfinden nicht so groß. Dass ich aber Speck auf der Zunge schmecke, wo nichts außer Spucke ist, das begeistert mich!
Verblödung 3.0
Oft komme ich nicht umhin, mich des Abends vor dem Fernsehgerät niedersinken zu lassen. Einfach weil ich meiner dort festgeklebten Frau ja auch ab und zu mal Gesellschaft leisten will.
So auch gestern. Die Röhre spuckte unzählige Supertalnete aus, wie so geliebt im derzeitigen TV natürlich von einer einschaltquotengarantierenden Jury aus Augenweide Sylvie van der Vaart, dem verrückten Sprachverdreher und Sensibelchen Bruce Darnell und natürlich dem Sprücheklopfer Dieter Bohlen. Hatte ich Erwartungen? Eigentlich nein, oder sagen wir: kaum. Es sollte nicht nur von sich selbst überzeugten Sängern eine Chance gegeben werden, nein, jedes Taltent erhält die Chance auf den Hauptgewinn(ich glaube 100.000 Euro). Also hoffte ich auf etwas mehr Abwechslung als bei DSDS oder Popstars. Leider aber war es wieder fast ausschließlich eine Show des Fremdschämens. Und wie blauäugig konnte ich denn sein und anderes erhoffen. Was möchte denn der Zuschauer so gerne sehen, doch genau das! Ich bin nicht so doof, denkt er sich, und fühlt sich nach der Show besser denn je. Gewinner des Abends sind nicht die besten Talente, nein, es wird über die gesprochen, die den größten Mut hatten, mit einer höchstmöglich beschämenden Vorführung doch aufzutreten. Wobei, ich frage mich, ob das Mut ist. Denn wenn es so wäre, dann wären doch die Selbstüberzeugungen dieser „Vollpfosten“ (Bohlenzitat) nicht so unermesslich hoch.
Wie dem auch sei. Bei youtube & Co kann man sich die Helden des Abends natürlich ansehen, aber der eine, der mich wirklich begeistert und zum Staunen gebracht hat, der Kontaktjongleur, der ist nirgens zu finden. Auch hier also, bei der Wiederspiegelung dessen, was als Besonders und Sehenswert empfunden wird, finden sich nur die eigentlich schlechten.
Soweit meine Wiederholung von altem Müll in neuen Säcken. Ich werde den Jongleur weiter suchen und wenn er auftaucht, so hat er eine Darstellung hier verdient! Jawohl!
Nachtrag: Ok, jetzt ist er zu sehen, um 10:41 wurde er eingestellt. Da guckt selbst:
Kelvin Schmidt – Das Supertalent – 25.10.2008 – MyVideo
Nackt – immer und überall
Also was ich da gelesen habe, das empört mich doch sehr und bringt mich wenigstens mal wieder dazu, etwas zu schreiben…
Vielleicht gleich mal der Link zu dem Artikel:
Nacktscanner geplant
An Flughäfen in den USA, Holland und der Schweiz werden sie also schon eingesetzt: die Scanner, von denen niemand sagen kann, ob sie besser sind, als das herkömmliche Abtasten, die aber jeden von uns in totaler Nacktheit auf dem Bildschirm des Zollbeamten darstellen. Ja ja, der sitzt in einem entfernten Zimmer und sieht uns nur am Bildschirm, nicht in echt und ordnet damit unser Geschlechtsteil, die Fettschwarte, körperliche Behinderungen und anderes keinem Gesicht zu. So zumindest die Theorie. Welche Maßnahme gibt es, uns Sicherheit darüber zu geben? Und selbst wenn es so ist, finde ich es einfach nicht in Ordnung, dass wir nackt von einem fremden Menschen gesehen werden sollen. Die Begründung, diese Person sehe und kenne uns daher auch nicht, wiegt doch kaum. Das würde ja bedeuten, dass die Veröffentlichung von Nacktbildern von Herrn Jedermann auf einem anderen Kontinent, wo ihn kein Mensch kennt, problemlos sei.
Außerdem: wenn die Suche nach Waffen auf diesem Weg geschieht, dann denkt der kleine Terrorist in mir schon an neu zu entwickelnde Materialien, die durch diesen Scan nicht erkannt werden. Das geht doch bestimmt! Wer kann gegenteiliges behaupten?
Was bringts also? Dann noch die Aussicht wie in Britannien eine Nacktüberwachung auf öffentlichen Plätzen durchführen zu lassen…Dieser Wahn geht doch einfach zu weit.
So, ausgeschimpft, jetzt ab in die Sauna und selbstbestimmt allen meinen Pipi zeigen! 🙂
schöner falscher Fehler
Ach wie war ich von dieser Fehlermeldung überrascht. Hat richtig zum Beseitigen angeregt:

Kontrolle
Der Tag hat ganz angenehm, ruhig und gesichert angefangen. Es gab keine auffälligen Anzeichen, keinen Grund, besorgt zu sein. Dennoch, er macht sich bereit, denn im Fall der Fälle wollte er sich nicht über seine Nachlässigkeit ärgern müssen. Es gibt genug Leichtsinnige auf der Welt, jeden Tag begegnen ihm unzählige. Aber das soll deren Problem bleiben. Er kennt die Gefahren, hat sie hautnah miterlebt, hat seinen geliebten Onkel im Krieg verloren. Irgend etwas muss der damals falsch gemacht haben: entweder er war auch zu leichtsinnig und wurde überrascht oder aber er war nicht entsprechend ausgerüstet, in jedem Fall war er nicht professionell genug, sonst hätte das nicht passieren können.
Er aber, er hat alles nötige und vielleicht sogar mehr: er ist getarnt, bewaffnet und gut trainiert. Er hat eine hervorragende Ausdauer und auch viel Kraft. Aber das wichtigste steckt im Kopf: er weiß um die potentielle Gefahr und kann sich in den Feind hinein versetzen, durchschaut diesen bereits, bevor er auf der Bildfläche erscheint und ist ihm damit immer voraus! Darauf ist er besonders stolz.
Wichtig ist zum Beispiel, sich nicht auf gefährliches Terrain zu begeben. Nein, er läuft nicht als leichte Zielscheibe auf offenen und freien Flächen wie Stadtparks umher. Seine Wohnung verlässt er nur über den Keller und wenn er zu Hause ist, ist er immer sehr ruhig. Er hört die aussagekräftigen Nachrichten sowohl aus Fernsehen als auch aus Radio immer mit einem Kopfhörer. Unbedingt nur mit einem, damit das andere Ohr immer noch alles mitbekommt. Niemand weiß von seinem Aufenthaltsort, dessen kann er sich sicher sein!
Sein täglicher Marsch geht von seiner Wohnung durch ein paar enge und kaum einsehbare Gassen und eine Unterführung bis zu dem Bunker, von dem aus er einen guten Überblick über die Hauptanbindungsstraße hat und gleichzeitig geschützt ist. Die ahnungslosen, leichtsinnigen Menschen um ihn herum halten dies nur für eine Bushaltestelle und ahnen nicht, dass dieser Part zu der perfekten Tarnung gehört! Unter seiner Tarnkappe trägt er immer eine dunkle Sonnenbrille, damit er besser unbeobachtet beobachten kann. Es gibt viele, die ihn unverwandt anschauen, doch erkennt er mit Leichtigkeit die Unterschiede zwischen unwissenden dummen Zivilisten und gefährlichen Spionen. Mit seinem sicheren Auftreten und nach Unbesiegbarkeit aussehenden Äußeren hat er bereits einige in die Flucht schlagen können. Wenn die Menschen um ihn wüssten, welchen Dienst er ihnen erweist…
Doch das kümmert ihn nicht. Er weiß um seine wichtige Aufgabe, geht dieser 24/7 nach und nimmt neben der Sicherheit, die er für sich und alle schafft, seinen inneren Stolz als ausreichtende Belohnung genugtuend an.

Neuer Blick
Er beobachtet immer mehr. Was anfangs noch kaum Beachtung fand, erhält jetzt Bedeutung, oft einfach nur des Daseins wegen. Grundlos, könnte man meinen, aber nur, weil man als Betrachter des Beobachtenden die Gedanken nicht kennt. Das eine mal lange verfangen in einem Blick, das andere mal blitzschnell wechselnd von einem Augengriff zum nächsten. Heute ruhiges, strahlendes und morgen bewegtes, übermorgen farbiges dann am nächsten Tag willkürlich anmutend selektierend.
Eines jedoch erkennt der Betrachter des Beobachtenden immer wieder uneingeschränkt: die große Neugier, die Arbeit um die Verwunderung zu beherrschen, das schwere Schaffen von Kategorien – die einfach wunderbar schöne Unselbstverständlichkeit.
Hier das Tor zur visuellen Welt:

Damit reiht er sich bei ihr, bei ihr (leider sind die Bilder hier nicht mehr verfügbar), bei ihr und auch bei mir.