Zwischen den Fronten

Wir wissen es natürlich, im Nahen Osten leben Menschen, die zwischen Fronten leben/geraten sind, die nichts mit ihnen zu tun haben. Es ist nicht ihr Verschulden, dennoch können sie sich nicht dagegen wehren, weil ihnen eine Masse anderer Menschen gegenüber steht, für die Waffen und Krieg die einzige Möglichkeit darstellt, ein lebenswertes Leben zu führen. Die wenigen Stimmen dieser Hilflosen, die zu uns durchdringen, zeugen von diesem inneren Elend. (der Nutblog etwa ist nur ein Beispiel von vielen). Neulich auch einen Radiobericht gehört, in dem ein Israeli seine bis zu Depressionen reichende Verzweiflung schilderte: er kann um seines eigenen Lebens willen nicht aufhören für den Staat zu arbeiten und Steuern zu zahlen, der Menschen und bereits auch Freunde im Libanon zu Tode gebracht hat.

Ich frage mich hierzulande, was ich von bebilderter Berichterstattung aus solchen Krisengebieten halten soll. Stumpfen wir irgendwann ab, wenn wir Menschen mit abgerissenen Beinen sehen? Mütter, die versuchen ihr offensichtlich totes Kind aus dem Haus zu retten, das gerade über ihrem Kopf zusammenstürzt? Oder ist es gut, immer wieder zu sehen, mitzufühlen (auch wenn das natürlich nicht wirklich der Fall ist), wenigstens annähernd die Situation auch emotional zu sehen? Ich weiss es nicht, ich weiss aber, dass mich solche Bilder fesseln.

Wer auch weitere Bilder sehen will, der klicke auf das Bild. Viele Fotos dort sind aber schwerer zu verdauen, als dieses.

3 Gedanken zu „Zwischen den Fronten

  1. Rotfell

    Was die Berichterstattung aus Krisengebieten betrifft: auf der einen Seite denke ich mir, daß es irgendwie falsch ist, das persönliche Leid der Menschen einfach so zu zeigen. Auf der anderen Seite denke ich, daß in den heutigen Zeite, in denen es normal ist, Ballerspiele zu spielen und Kriegsfilme zu gucken und cool zu finden, wichtig ist, daß man sieht, wie grausam so etwas in der Realität ist. Wobei die Nachrichten auch nur im Fernsehen laufen und die Realität begrenzt wiedergeben.

    Und zu den unschuldigen Betroffenen: es sind nicht wenige, es ist meiner Meinung nach die Mehrheit, welche nur nicht zu wort kommen kann, weil sie zu sehr verängstigt sind, um sich zu wehren. Wie kann man sich auch gegen den Staat, in dem man lebt, wehren?

    Ich muß zugeben, als ich jünger war, haben mich die Bilder von den früheren Konflikten wenig berührt, aber je älter und reifer ich werde, desto mehr graut es mir vor den Dingen, welche Menschen sich gegenseitig antun wegen ihrem vermeintlichen Stolz, Glauben und Grenzdenken

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  2. Etosha

    Bei mir ist es genau umgekehrt. Ich hab früher unter Schreckensmeldungen aus aller Welt, Tier und Mensch betreffend, sehr gelitten und effektiv lernen müssen, die Augen zuzumachen, um mein Leben halbwegs normal weiterleben zu können. Ich gestehe also, ich betreibe Vogel-Strauß-Politik. Ich sehe kaum Nachrichten an, weil ich Bilder nur schwer wieder loswerden kann.
    In unserer technisierten Welt gibt es kaum mehr ein Vorkommnis, zu dem nicht irgendwer ein Bild oder gar ein Video geliefert hat. Manche Dinge muss ich einfach nicht gesehen haben.

    Ich bemühe mich, hier und jetzt Gerechtigkeit walten zu lassen, hier und jetzt meine Möglichkeiten zu nutzen. Eine intensive Beschäftigung mit den Ungerechtigkeiten und Grausamkeiten der Welt würde mich definitiv irre machen.

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  3. samah-the-nut

    hey man… haven’t understood a word from all your blog but anyway I noticed you linked me in the post so thanx for that and thanx for your comment… I am resisting on my own way as are a lot of Lebanese people doing..
    keep on checking my blog and spreading the word…

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